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krams.txt: Starskipper. Ein Romanfragment.

Der nicht sehr gelungene Anfang eines witzigen SF-Romans aus einer sehr frühen Schaffensphase meinerseits. Bitte die Unzulänglichkeiten zu entschuldigen.

Starskipper

Der Weltraum.
Unendliche Weiten.
Unendlich viele Sterne und massig viel Platz dazwischen.
Dies ist das Arbeitsfeld jener kleinen Anzahl unerschrockener Frauen und Männer, die in ihren kleinen, oftmals selbstgebastelten Schiffen durch das All hetzen, immer auf der Suche nach Profit, Freiheit, Profit, Abenteuern und Profit.
Wir sprechen von den waghalsigen Mitgliedern der Gilde der Starskipper, die sich dem interstellaren Freihandel ( die behördliche Lesart hierfür heißt “Schmuggel” ) verschrieben hat. Sie ist ein lockerer Bund unabhängiger Piloten, die ein Leben jenseits der sicheren Stellarrouten des Imperiums und jenseits der Kontrolle der Imperialen Polizei der Sicherheit und Langweile in den Diensten der Galaktischen Handelsflotte vorziehen.
Starskipper transportieren alles, was gutes Geld verspricht: Passagiere, Nachrichten und Konterbande. Sie fragen niemals, wo die Ware herkommt und manchmal sogar nicht mal, wo sie hin soll... Bezüglich ihrer Auftraggeber sind sie stets diskret.
Ihr Job ist riskant, nicht nur aufgrund der übelwollenden Imperialen Polizei; nein, auch der ständige Umgang mit jenen zwielichtigen Wesen aus dem Bereich der Organisierten Geldumverteilungsgesellschaften, die sich nur zu gern der Dienste der Skipper bedienen, trägt zur hohen Verlustquote der Gilde bei. Vielen wird noch das tragische Ende von Captain Ologz in Erinnerung sein, der sein Ende bei der Explosion einer Weltraummine fand, an die ihn sein unzufriedener Auftraggeber, Capo Sillaci, hatte binden lassen.
An dieser Stelle muß eine kurze Exkursion ins die Geschichte des Galakischen Imperiums erlaubt sein, um die folgenden Ereignisse besser verstehen zu können:
Vor genau 2107 Jahren entdeckte die Menschheit mittels einer automatischen Sonde, daß sie im Universum keineswegs ein einzigartiges Phänomen darstellte, sondern vielmehr nur eine lokale Abart der Krankheit “Intelligentes Leben” war, die die Galaxis befallen hat.
In den folgenden zweitausend Jahren wurden mit einigen fremden Rassen Kontakte aufgenommen, machte man durch den Technologietransfer erstaunliche Fortschritte in der Waffen- und Raumfahrttechnik, führte man ein paar Kriege, rottete ein paar Rassen aus, entdeckte ein paar neue fremde Rassen, führte noch ein paar Kriege, rottete einige fremde Rassen aus, entdeckte ein paar neue fremde Rassen und so fort, bis ... der Galaktologe Prof. Xen in seinem vielbeachteten Werk “Von der Bosheit des Universums” die These aufstellte, daß es aller Wahrscheinlichkeit nach im All AR 1 intelligente Spezies gäbe, also genau eine fremde Rasse mehr, als man ausrotten könne. Danach schloß man an allen Fronten Frieden und begnügte sich damit die außerirdischen Völker bei dem Aushandeln von Handelsverträgen über den Tisch zu ziehen.
So entstand das Galaktische Imperium.
Heute umfaßt das imperiale Gebiet ca. einhundertdreiundvierzig Sonnen, um die ziemlich viele Planeten kreisen, von denen eine ganze Reihe bewohnbar sind.
In besagtem Gebiet leben etwa fünfundzwanzig bis vierzig intelligente Spezies. Die genaue Zahl ist schlecht festzustellen, da die Kriterien für die Einstufung einer fremden Rasse als intelligent von Jahr zu Jahr wechseln. Vor einigen Jahren war die Zahl der intelligenten Lebensformen nach amtlich-imperialer Einstufung sogar auf acht gefallen, da der Imperator aus einer Laune heraus verfügt hatte, daß Wesen, die “mehrheitlich auf mehr oder weniger als zwei Beinen gehen, nicht intelligent sein können”.
In der unendlichen Vielfalt des Alls existiert also denkendes Leben in den unterschiedlichsten vorstellbaren Formen. Die einflußreichsten Völker seien hier deshalb kurz genannt:
1. Die Menschen. Sie sind die am meisten kriegerische und hinterlistige Art und stellen nicht zufällig den Imperator.
2. Die Eldritch. Dies ist ein stolzes, altes Volk, das den Menschen kulturell, technologisch und körperlich überlegen ist. Zur Herrschaft über die bekannte Galaxis fehlt ihnen nur die Fähigkeit zu eiskalter Berechnung. 3. Die Tinkel. Bei den Tinkeln handelt es sich um ein Art kleiner, affenartiger Humanoiden, denen eine nahezu unheimliche technische Begabung zu eigen ist.
4. Die Souriers. Sie sind eine friedliche Rasse großer, grüngeschuppter Echsenartiger, die hauptsächlich für ihre bizarren Eßgewohnheiten bekannt sind.
5. Die Dukz. Die Dukz muß man sich als Wesen vorstellen. die nichts mehr ähneln, als ca. 140 cm großen, bösartig blickenden Enten. Sie verfügen über psionische Fähigkeiten und sind, so heißt es, nach den Menschen die gemeinsten von allen.

Doch genug der schauerlichen Einzelheiten...
Für den Moment genügt es zu wissen, daß das Universum ein übler Ort ist, voll von boshaften Aliens, fiesen Steuerbeamten, brutalen Verbrechern und ebensolchen Polizisten.
Es ist ein Ort, an dem das Leben hart ist, und die Credits schwer zu stehlen und noch schwerer zu erarbeiten sind, selbst für die mutigen Piloten der Starskippergilde. Womit die Überleitung geschafft wäre, und die Geschichte erzählt werden kann.
Die Geschichte eines Starskippers.
Die Geschichte von Hans Olo.

1. Kapitel

In dem großen Büro in der Chefetage der Mayday-Origami AG herrschte konzentrierte Spannung. Alle Augen richteten sich auf den titanischen 3D-Bildschirm an der Stirnseite des Raumes, auf dem gerade eine Szene zu sehen war, die offenkundig eine Überwachungskamera auf einem Raumhafen gefilmt hatte.
“Zurück. Vergrößerung. Standbild.”, ertönte die brüchige Stimme von Medusa Lem, der greisenhaften Vorstandsvorsitzenden des Rüstungskonzerns. Der auf Stimmeingabe programmierte Bildschirm reagierte und zeigte gehorsam ein stehendes Bild von vier Wesen, die eine Passage entlangschlenderten und guter Dinge zu sein schienen.
“Bildmitte. Vergrößerung.”
Jetzt waren die Vier deutlich zu erkennen: ein mittelgroßer männlicher Mensch, der eine pechschwarze Sonnenbrille mit einem Sternsymbol, das Zeichen der Starskippergilde, trug; eine weibliche Eldritch, schön wie ein Traum; ein lässig-gelangweilter Sourier und ein affektiert blickender Tinkel mit aristokratischer Haltung.
“ Das ist er. Hans Olo. Ein verdammter Schmuggler und Dieb.” Die geisterhafte Stimme löste bei jenen, die sie zu hören gezwungen waren unfehlbar ein fieses Schaudern aus, ein leises, gemeines Gefühl, das einem auf schwarzen Käferbeinen das Rückgrat heraufkriecht und es dabei mürbe macht.
“Tok ! Hören sie auf zu zittern und schauen sie sich den Mann an, den wir fangen wollen.”
“Ja ... natürlich ... ich ...”, Tok schrak auf seinem Schauer auf, als er die Stimme seinen Namen sprechen hörte.
“Sie sind mein Sicherheitsexperte. Es ist ihre Aufgabe, das Subjekt zu ergreifen, das unseren Prototypen gestohlen hat. Sie wissen doch wohl, was passiert, wenn sie erneut versagen ...”, die Stimme verklang unheilschwanger und Toks Blick wanderte ängstlich in die Ecke des Raumes, in der Zrongg, der riesenhafte, echsenartige Leibwächter Medusas finster dräute und mördernde Blicke auf die Anwesenden verschoß.
“Selbstverständlichch...jaj...ich...”, Tok kämpfte mit seinen Sprachorganen. “Ich habe mir erlaubt zwei Experten zu engagieren”, schaffte er zu sagen, reichte der Vorsitzenden mit spitzen Fingern eine altmodische papierne Visitenkarte und zog die Hand wieselhaft wieder zurück, als fürchte er daß Bosheit ansteckend sei.
“Harold Ak & Stonko Lay - Termination jeglicher Art” stand darauf zu lesen.
Die alte Frau hielt die Karte nah an ihre Augen, als habe sie Schwierigkeiten die Buchstaben zu erkennen. Dabei sah sie natürlich besser als jeder ihrer Untergebenen in diesem Raum, von denen sich keiner ihre kostspieligen Visionax Perfekt-Augen hätte leisten können. Doch es war ihr lieber, wenn ihre Angestellten sie für körperlich schwach und greisenhaft hielten.
“Gut. Sind sie hier ?” Medusa fixierte den zitternden Tok.
“Jawohl. Ich habe mir erlaubt...”, setzte er an, doch die Vorsitzende schnitt ihm mit einer nachlässigen Bewegung das Wort ab: “Dann sollen sie hereinkommen.”
Tok setzte sich in Richtung Tür in Bewegung, versuchte jedoch gleichzeitig zu gehen und Frau Medusa über die Schulter hinweg unterwürfig zuzulächeln und stolperte über eine Topfpflanze . Er stand umständlich wieder auf, machte zwei hastige Schritte, schaffte es nicht sein klopfendes Herz zu beruhigen und rutschte auf dem glatten Parkett aus. Er kämpfte einen kurzen, erfolglosen Kampf gegen die Mächte der Balance und schlitterte auf die Tür zu. Die sah ihn kommen und öffnete sich ihrer Programmierung gemäß. Jedoch war im Programm ein Schlittern mit mehr als durchschnittlichem Fußgängertempo nicht vorgesehen, was für den glücklosen Tok bedeutete, daß er gegen ein halbgeöffnete Tür prallte und zu Boden ging. Er kämpfte sich wieder auf die Beine und verschwand im nächsten Raum.
Die Anwesenden sahen Toks Debakel ohne erkennbare Regung zu, nur Medusa Lem machte auf ihrem Computerbildschirm hinter Toks Namen die Notiz “durch Roboter ersetzen”.
Die Tür öffnete sich wieder und Tok kam hereingeschlichen, gefolgt von zwei finsteren Gestalten: einer war ein großer, plump gebauter Mensch mit dem Gesicht eines Bauernburschen und den Augen eines Katzenmörders; der andere war eine gemein aussehende Ente in Lederklamotten, also ein Dukz vom Planeten Pond. Im Team vereinigten sie die beiden brutalsten Rassen, die das Universum das Unglück hatte, hervorgebracht zu haben. Sie bauten sich vor dem Schreibtisch der Konzernchefin auf und bemühten sich, einen gelangweilten Eindruck zu machen, während sie Leute und Mobiliar unauffällig taxierten.
“Wir sind Stonko Lay und Harold Ack”, zischte der Dukz, der ein wenig Mühe hatte, über den Rand von Medusas monströsem Schreibtisch zu schauen.
“Ich bin Medusa Lem von Mayday-Origami. Sie werden von mir gehört haben”, gespensterte Medusa und beobachtete nicht ohne Genugtuung wie sich dem Dukz die Federn aufstellten und der Mann zu frösteln begann. Selbstverständlich hätte sie sich schon lange eine sympathischere Stimme kaufen können, doch sie liebte den nicht zu unterschätzenden psychologischen Effekt den sie erzielte und von dem man den besten Eindruck gewinnt, wenn man sich vorstellt, wie es sich anhören würde, wenn ein übelgelaunter Tom Waits Sopran sänge.
“Ich hoffe, sie sind die Profis, als die man sie mir empfohlen hat. Ihre Aufgabe wir keine einfache sein.”
“Wir sind Lay und Ak. Wir beenden alles.”, sagte der Dukz mit einiger Mühe und schaute der Greisin fest in die Augen.
“Ihre Bezahlung im Erfolgsfall wird zweihunderttausend GalCreds betragen”, die Miene der alten Frau veränderte sich, beängstigend anzusehen, von kalt-geschäftsmäßig zu finster-drohend, “im Falle ihres Versagens jedoch erhalten sie nichts und ich werde obendrein dafür sorgen, daß sie sich auf keinem Planeten in diesem Sektor mehr sehen lassen können. Haben sie das verstanden ?”.
Die beiden Killer verschränkten gleichzeitig die Arme und der große Mensch stieß mit trotziger Schuljungenstimme ein “ja” hervor.
Medusa deutete mit einem knochigen Zeigefinger auf den gewaltigen Bildschirm, der immer noch das Bild Solos und seiner Crew zeigte, über deren Tod soeben verhandelt worden war.
“Das ist ihr Ziel. Captain Hans Olo, sein Co-Pilot Trex, seine Navigatorin Lirazel und sein Techniker Doc Gibbons. Olo hat von einem unserer Beauftragten den Prototyp einer neuartigen Laserpistole gestohlen. Beschaffen sie den Prototyp, töten sie Olo und seine Leute auf die schmerzhafteste Art, die ihnen einfällt und sie sind um Zweihunderttausend reicher. Einzelheiten über Olo, sein Schiff und seinen vermuteten Aufenthaltsort finden sie auf dieser Disk. Noch Fragen ?”
Sie warf dem Dukz eine Datenscheibe zu, die dieser geschickt auffing und in seiner Ledermontur verstaute. Daraufhin verbeugte er sich leicht, sagte: “Wir werden alles zu ihrer Zufriedenheit erledigen, Madame”, drehte sich elegant auf einem Fuß, was bei Schuhgröße 59 nicht einfach ist, und verließ den Raum. Ak, sein Kollege, wurde von der plötzlichen Wendung der Dinge ein wenig überrascht und folgte der Handlung des Dukz erst mit dreißigsekündiger Verzögerung. Dies verdarb dem Killerteam Ack & Lay einen ansonsten makellosen Abgang.
Als beide das Büro verlassen hatten, hörte man die vorsichtige Stimme des Sicherheitsexperten Tok sich zitternd bemerkbar machen: “ Sie sind doch die Richtigen oder etwa nicht ?”.
“Wir wollen es hoffen. Ich kann keine Versager mehr sehen.” Sie machte eine lockere Bewegung mit der linken Hand, um ihren Untergebenen anzudeuten, daß sie entlassen seien und sofort setzte eine flutwellenartige Bewegung in Richtung Ausgang ein.
Tok hatte es schon halb durch die Tür geschafft, als ihn die Stimme seiner Herrin einholte und wie ein Spinnennetz festhielt: “Ach Tok, da ich gerade von Versagern sprach ...”.
Tok drehte sich um und sah die schimmernde Laserpistole, ein Modell aus der Produktpalette des Mayday-Origami-Konzerns, in der Hand der Vorsitzenden. “Aber ...”, konnte er noch sagen, ehe ihn der Strahl traf.
Medusa hob die Waffe an die Lippen und blies nichtexistenten Rauch fort. “Weißt du, Zrongg, manchmal muß eine Frau in meiner Position eben Dinge tun, die sie eigentlich nicht will.”
Der Sourier antwortete mit einem freundlichen Zischen und führte seine Chefin hinaus.
Ein Putzroboter kam hereingehuscht und beseitigte die Überreste des armen Tok.
Der Bildschirm zeigte noch immer ein Standbild des ahnungslosen Olo und seiner Crew.
Ein argloser Beobachter hätte nicht gewußt, ob er den Skipper oder seine Jäger bedauern sollte.



Lernen von den Alten:

Onanie ist Sex mit einem, den man wirklich liebt.

(Woody Allen)

Kaliban-Klassiker:

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