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Gunnar Gunnar [Herr Kaliban himself]

gunnar lott Herr Lott ist schon Mitte Ende 30, hat sich aber eine gehörige Portion jugendlicher Starrköpfigkeit bewahrt. Er findet fundierte Meinungen sexy, besonders, wenn sie eloquent vertreten werden. Überhaupt neigt er ein bisschen dazu, der sprachlichen Ästhetik den Vorzug vor sinnvollen Inhalten zu geben. Kontroverse Diskussionen bis an die Grenze der Beleidigung sind sein Lebenselixir, passieren aber nur selten -- man lebt ja in einer Konsensgesellschaft. Herr Lott hat kein Lebensmotto, hält aber das seines Kollegen Herrn Ernst für brauchbar: Use your options and stand your ground. Er findet es zudem wichtig, sich in allen Situationen voll auf das zu konzentrieren, was man tut. Vor allem gilt das für Gespräche. Herr Lott hält sich für tolerant, lehnt aber langweilige oder mittelmäßige Menschen tendenziell ab. Nachlässigkeit im Denken findet er gefährlich, das beliebte Sich-für-die-Karriere-oder-die-Partnerschaft-verbiegen ebenfalls. Herr Lott geht an die Grenze zur Leidenschaft in seinem Hass auf alle Ausprägungen von Willkür, mit Bosheit gemischte Dummheit, Intoleranz, Egoismus und mangelnde Selbstkritik. Gesellschaftliches Engagement und Zivilcourage bewundert er, vielleicht gerade weil er derlei Dinge bei sich gerne ausgeprägter sähe. Wer zu einer Verabredung mit Herrn Lott unpünktlich kommt, stellt sich ohne Not auf die Stufe mit einem gewöhnlichen Mörder (denn die Zeit anderer Leute zu verschwenden ist Mord, nur langsamer). Herr Lott mag Musik mit guten Texten, italienisches Essen, spanischen Rotwein, Videospiele, die eine Geschichte erzählen, Literatur von Bildungskanon bis Trivialroman, wobei ihn eine alte Liebe an die Science Fiction fesselt. Und manches mehr. Und vieles, vieles nicht.

Jan Jan [Gastautor]

jan rothenberger Jan lebt in Zürich, ist 25 Jahre alt und studiert (immer) noch. Und zwar eine eher inhomogene Mixtur aus Literaturwissenschaft und Ökonomie. Was Spiele angeht, ist er aufs Alter hin sehr selektiv geworden und spielt nur ab und zu noch was, darunter viele ältere Sachen. Man munkelt, er habe den Niedergang des Adventuregenres nie wirklich verwunden. Er beschränkt sich eher auf storylastige Spiele, fühlt sich aber magisch angezogen von allem, was ein innovatives Spielprinzip zu bieten scheint.

Jan geht immer viel zu spät ins Bett und hat schon Jahre seines Lebens im Internet verbracht. Insgeheim wäre er gern Standup-Comedian, was lustig ist, denn er hat so gar kein Talent dafür. Falls er jemals ein Buch schreiben wird, wird der erste Satz darin lauten: "What can I say, it's complicated."

Niklas Niklas [Gastautor]

niklas Niklas lebt in Hamburg, ist Ende Anfang 30 und arbeitet in einer Werbeagentur als Berater. Was auch immer das heißen mag.

Niklas ist etwas zu dick und mag Computerspiele, technischen Schnickschnack, gutes Essen und intensives Sachen verurteilen. Was Niklas so denkt, wird hoffentlich in seinen Beiträgen deutlich. Um es aber etwas zusammen zu fassen: Alle doof außer Mutti, Dilettanten regieren die Welt, alles ungerecht, WAS SOLL NUR WERDEN???

Thomas Thomas [Gastautor]

thomas m. Eine seltsame Mischung von Gegensätzen wie zum Beispiel höflicher Abstand und äußerste Distanzlosigkeit begleiten mich schon mein ganzes Leben. Anale Präzision auf der einen, das-tu-ich-aber-lieber-morgen Grundhaltung in der anderen Seite. Förmlich repräsentiere ich Äußerlichkeiten des Gutmenschtums durch einen sozialen Beruf und bin doch durch tausendundein – berufliche? – Gründe ziemlich weit davon entfernt, einen stetigen Freundeskreis aufzubauen – also doch irgendwie asozial. Die gebräuchliche Bindungsangst aller Menschen, die in einer Lebensphase verkehren, in der man sich binden könnte, gibt’s halt auch wie den Wunsch nach mehr als Arbeiten bis zur Rente. Die Dreißig sind passiert, im Supermarkt sagt man nicht mehr so ganz oft „junger Mann“, aber trotzdem muß das Leben immer noch mit Puberalia wie Comics, DVD-Serien und Beobachtungen zum Sinn des Lebens verziert werden.

Die Dreißiger befreien mich von der lästigen Ambivalenz. Ein Anzug kann mit Inhalt gefüllt werden und sieht nicht aus wie geliehen, fachliche Kompetenz entsteht und muss nicht mehr vorgetäuscht werden, man wird um eine Meinung gebeten und muss nicht mehr immerzu drängeln um sie geben zu dürfen.

Die Menschen die man länger kennt, verlieren ihr Potenzial und machen es wahr oder eben nicht -- die ersten Lebensfehlschläge werden sichtbar und auch gestorben wird. Es lässt sich nicht länger leugnen, das Erwachsensein ist da. Was nicht sagen will, das man nicht noch ein bisschen probieren darf, es dennoch zu leugnen.

Letztens kaufte ich einen Joystick der aussah wie der vom C64, nur das der ganze Joystick der C64 war und da 30 Spiele drin saßen. Einfach einstecken innen Fernseher und los geht’s - load *,8,1 und dann ’another visitor, stay a while, stay forever’ – ich bin doch wieder fünfzehn...

Lernen von den Alten:

95 per cent of our imports are from abroad.

(George W. Bush, Jr.)

Kaliban-Klassiker:

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